Sie sind groß, SEHR groß sogar! Manch einer würde sogar munkeln, das sei doch gar kein Hund mehr. Was ja auch verständlich ist, denn verglichen mit dem beliebtesten Hund der Deutschen – dem Labrador – überschreiten die Giganten der Hundewelt den Retriever im Schnitt um 30cm Schulterhöhe. Bildlich kann man sich das wie eine neue Variante der Bremer Stadtmusikanten vorstellen: zwei Chihuahua auf einem Labrador. Das sind die größten Hunderassen der Welt.

Mastiff

Diese Rasse bringt nicht nur eine stattliche Größe, sondern auch ein enormes Gewicht mit sich: Bei einer Körpergröße von bis zu 90 cm bei Rüden bringt der Mastiff locker 70 kg auf die Waage, in manchen Fällen können es sogar bis zu 100 kg werden! Hinzu kommen ein wuchtiger Kopf und eine schwarze Maske, die im starken Kontrast zu dem sonst cremefarbenen Fell steht. Et voilà, schon haben wir einen angsteinflößenden Wachhund wie aus dem Bilderbuch… wenn der Mastiff den Charakter dazu hätte.

Mastiff sitzt im erhaben im Wald
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Denn entgegen seines äußeren Erscheinungsbildes ist der Riese alles andere als gefährlich. Vielmehr überzeugt er durch sein ausgeglichenes und souveränes Wesen. Auch wenn seine Wurzeln als ehemaliger Wachhund bis in die Antike reichen, wird er heute fast ausschließlich als Begleithund eingesetzt. Seine extrem hohe Reizschwelle, seine nahezu stoische Gelassenheit und sein freundliches Wesen machen ihn mittlerweile sogar zu einem äußerst beliebten Familienhund. Umso unverständlicher ist es, dass manche Bundesländer den Mastiff noch als gefährlich einstufen. 

Bernhardiner

Bernhardiner vor den Schweizer Alpen, eine der größten Hunderassen der Welt
Ysbrand Cosijn/ Shutterstock.com

Der Nationalhund der Schweiz. Der Retter in Not. Und die wohl größte Legende in der Hunde-Szene: Barry, ein Bernhardiner, der im 17. Jahrhundert 40 Menschen in den Hochalpen vor dem Erfrieren bewahrt haben soll. Leider ist das kultige Schnapsfässchen mit dem Schweizer Kreuz nur ein Mythos – ein Rumfässchen haben Barry, und auch andere Bernhardiner, nie getragen. Allerdings wurden St. Bernhardshunde, wie der Ur-Bernhardiner auch genannt wird, tatsächlich in einem von Mönchen betriebenen Hospiz am Pass des Großen St. Bernhard in den Alpen eingesetzt. Durch Fehlzüchtungen wurde die Rasse aber zunehmend schwerer, sodass der Bernhardiner heutzutage nur noch als Wach- und Familienhund eingesetzt wird.

Ähnlich wie beim Mastiff täuscht aber das imposante Erscheinungsbild: Es gibt wohl kaum eine Rasse, die ausgeglichener, kinderlieber und sanftmütiger ist. Dennoch hat der Bernhardiner auch einen wachen Beschützerinstinkt. Kommt jemand seinem Rudel, der Familie, zu nahe, wird diese mit ganzem Körpereinsatz verteidigt. Das bedeutet dann, dass sich bis zu 120 kg und bis zu 90 cm Hund in Bewegung setzen… Oder ist es dann doch schon eher Grizzlybär-Masse? 

Deutsche Dogge

2016 schaffte es diese Rasse sogar ins Guinness-Buch der Rekorde: Wenn der Rüde Freddy sich auf die Hinterbeine stellt, überragt er mit seinen 2,30 m sogar einen Deutschen Braunbären! Auch wenn das nicht dem Normalfall entspricht, ist eine Widerristhöhe von mindestens 80 cm immer noch eine Größe, die auch gut als Shetlandpony durchgehen könnte. Wo man beim Pony aber mit dem Striegeln hinterher sein müsste, kann man sich bei der Deutschen Dogge die Arbeit sparen: Die Rasse haart so gut wie gar nicht.

Erstaunlich ist übrigens auch die Verwendung der Rasse, die sich im Laufe der Zeit radikal gewandelt hat. Was im 16. Jahrhundert noch ein Jagdhund und Status- und Luxusobjekt war, ist heute ein beliebter Familienhund. Der sanfte Riese überzeugt mit seiner anhänglichen und liebebedürftigen Art, die ihn vielmehr zu einem zu groß geratenen Schoßhund macht. In der Umsetzung kann das dann schon mal schwierig werden, wenn sich gut und gerne 90 kg zum Schmusen an einen drücken. 


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Irischer Wolfshund

Gleich vorweg: Die Rasse trägt ihren Namen nicht, weil sie dem Wolf ähnelt, sondern weil sie für die Wolfsjagd eingesetzt wurde. Mit den langen Beinen und dem drahtig-muskulären Körper hat der Irische Wolfshund nämlich eine Menge Kraft und Ausdauer – und eine Menge Liebe zu vergeben! Denn der graue Gigant gilt als äußerst sanftmütig und verschmust. Der ehemalige Jagdhund wird heute daher überwiegend als Familienhund gehalten oder, als Zugehörige der Windhunde, bei Rennen eingesetzt.

Der Irische Wolfshund ist einer der größten Hunderassen der Welt
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Und da hat er ziemlich gute Schnitte: Denn trotz der imposanten Größe bringt der Irische Wolfshund „nur“ um die 45 bis 55 kg auf die Waage. Imposante Größe ist in diesem Fall übrigens undefiniert. Laut dem FCI Standard gibt es für diese Rasse nämlich nur eine Mindest- und keine Maximalgröße. Und die liegt bei 79 cm. Ganz nach dem Motto: höher – weiter – schneller, knacken nicht wenige Exemplare aber die 100 cm.

Anatolischer Hirtenhund

Eine der größten Hunderassen der Welt, der anatomische Hirtenhund
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… und davon bitte der Akba! Denn die Bezeichnung „anatolischer Hirtenhund“ ist eigentlich nur die Überkategorie der vier verschiedenen Schläge AkbaKangalKaraba und dem Kars-Hund. Während Erstere in der Türkei als eigenständige Rasse angesehen wird, gibt es laut dem FCI allerdings keine spezifischen Rassestandards. Mit einer durchschnittlichen Widerristhöhe von 86 cm ist der Akba aber die größte Rasse unter den Vieren.

Übersetzen lässt sich die türkische Bezeichnung Akbaş übrigens mit „Weißkopf“, welcher im Gegensatz zu dem Karaba, dem „Schwarzkopf“, keine schwarze Fellmaske trägt. Doch auch ohne dunkle Maske ist der Akba eine ziemlich imposante Erscheinung, die einem Eisbären gleicht. Auch wenn er überwiegend ausgeglichen und ruhig ist, trifft das Sprichwort „Stille Wasser sind tief.“ ziemlich gut zu: Das Misstrauen gegenüber Fremden in Kombination mit einem ausgeprägten Wachtrieb machen ihn zu einem Vorzeige-Wachhund.