Während die Zweibeiner den Sommer kaum erwarten können, möchten die Vierbeiner am liebsten direkt zum deutlich kühleren Herbst vorspulen. Vor allem während der sogenannten Hundstage fühlen sich die meisten Hunde alles andere als pudelwohl! Woran das liegt und wie man seinem Gefährten auf vier Pfoten den Sommer so angenehm wie möglich machen kann, erfahrt ihr hier. Ein cooler Ratgeber. 

Deodorant? Überflüssig. 

Keine Schweißdrüsen. Also keine lästigen Ränder unter den Achseln, das Make-Up läuft nicht an der Stirn herunter und das schicke Hemd klebt nicht am Rücken fest. Doch was sich im ersten Moment wie ein Sommermärchen anhört, wird bei längerem Nachdenken dann doch zum Problem. Denn wie regeln wir unsere Temperatur, wenn dem Körper durch das Transpirieren doch ziemlich effektiv die Wärme entzogen wird? Genau vor dieser Herausforderung stehen Hunde.

Ihnen fehlen auf der gesamten Hautoberfläche, bis auf den Ballen und auf der Zunge, nämlich die Schweißdrüsen. Auch wenn das Hecheln ein wenig Abhilfe verschafft, besteht dennoch die Gefahr der Überhitzung. Und dazu kann es leider sehr schnell kommen, liegt die durchschnittliche Sommertemperatur doch rund sechs bis zehn Grad über der Wohlfühltemperatur vieler Hunde. Zwar fühlt sich beispielsweise ein Boxer bei wärmeren Temperaturen noch wohler als ein Husky, doch haben Rassen ohne Unterwolle im Sommer auch ihre Probleme… 

LSF Schatten

Wenn es in der Jacke zu warm wird, reicht das T-Shirt darunter halt aus. Dann noch schnell Sonnencreme mit LSF 30, 50 oder – je nach Geschmack – auch zusätzlichem Bräunungsöl draufgeschmiert und schon können wir in der Sonne brutzeln. Weil das bei unseren Gefährten eben nicht so einfach geht, gilt hier die goldene Regel: Schattenplätze zur Verfügung stellen. Und das am besten zu jeder Tageszeit! Denn zusätzlich zu der Gefahr des Hitzeschlags, können Hunde auch einen Sonnenbrand bekommen.

Hund sitzt unter Sonnenschirm im Schatten
Patrick Rosenkranz

Stellen mit wenig Fell sind besonders empfindlich: Ohren, Nase, Nasenrücken, der Bereich um die Augen sowie der Rücken und Bauch der Hunde. Rassen ohne Unterwolle oder mit sehr feinem und hellem Haar sind zusätzlich gefährdet. Dazu zählen unter anderem weiße Bulldoggen, Whippets, Dalmatiner, Beagle, Ridgebacks und alle Hunde, die im Sommer geschoren oder getrimmt werden. 

Ein praktischer Nebeneffekt der Schattenplätze ist übrigens der Untergrund: Egal, ob auf den Fliesen in der Wohnung oder dem Rasen unter einem Busch, der kühlere Boden hilft den Tieren zusätzlich, die Körpertemperatur zu senken.

Siesta einhalten

Die Südländer machen es genau richtig und meiden… oder verschlafen die intensive Mittagshitze. Und genau das sollten wir im Sommer auch machen! Anstelle der langen Mittagsrunde empfehlen sich mehrere kleine Runden am Morgen/Vormittag und im Abendbereich. Falls das nicht umzusetzen ist, sollte aber in jedem Fall darauf geachtet werden, dass in einem kühlen Wald und nicht auf einem offenen Feld spazieren gegangen wird.

Generell sollte bei den Hunderunden auch berücksichtigt werden, dass sich manche Untergründe, wie zum Beispiel Asphalt, schnell aufheizen. Was wir durch unsere Wanderschuhe oder Birkis nicht spüren, kann für Hunde schnell unangenehm werden! 

Wasser, Wasser, Wasser! 

Egal in welcher Form, das kühle Nass hilft dabei, dass sich der Hund auch bei hohen Temperaturen wohlfühlt. Ob schön frisch und kühl im Napf und zu jeder Zeit zugänglich, im See als Abkühlungsbad oder aus dem Gartenschlauch zur Erfrischung. Richtige Wasserratten freuen sich auch über einen Hundepool. Den gibt es in Fachgeschäften zu kaufen oder man funktioniert einfach eine Sandmuschel für Kinder um.

Liebe, äh Abkühlung geht durch den Magen

Wer behauptet, dass sich nur Kinder freuen, wenn die Glocke des Eiswagens klingelt, der hat weit gefehlt! Denn auch Hunde freuen sich über eine Kugel Eis – wenn es denn die richtige Sorte ist und nicht allzu oft vorkommt. Eine Kugel Vanilleeis im Hörnchen vertragen die meisten Hunde gut. Mehr sollte es aber nicht sein, denn Kaltes kann auch zu Magenproblemen, Erbrechen und Durchfall führen. Am besten ist es natürlich, das Eis selbst zu machen und dann portionsweise zu füttern. Rezeptideen finden sich ganz einfach online. Wer nicht so der DIY-Typ ist, kann im Tierfachhandel ganz bequem spezielles Hundeeis kaufen. Auch erfrischend: Einen Kong mit Quark und/oder Leberwurst füllen, ab damit ins Eisfach und schon ist der Hund beschäftigt – einfach nur cool


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Hunde im Sommer freuen sich auch über eine kalte Kugel Eis
Christian Bowen

Was bei Menschen zutrifft, gilt beim Essen übrigens auch für Hunde: Große Portionen liegen bei hohen Temperaturen schwerer im Magen und sind für den Körper anstrengender zu verdauen. Daher macht es im Sommer Sinn, kleinere Portionen über den Tag zu verteilen.

Saunazelle Auto

Nein, auch 10 Minuten sind nicht okay! Denn nach dieser kurzen Zeit kann eine Außentemperatur von 24 Grad das Auto schon auf 31 Grad aufgeheizt haben. Da hilft es auch nicht, das Fenster einen Spalt weit offen zu haben. Daher sollte der Hund im Sommer unter keinen Umständen im Auto zurückgelassen werden! Sobald die Temperaturen steigen, machen verschiedenste Kampagnen sogar auf die tödliche Gefahr für Hunde aufmerksam.

Hund guckt aus offenem Autofenster
Andrew Pons

Übrigens: Wenn Außenstehende die Verfassung des Hundes als so schlecht einschätzen, dass dieser in Todesgefahr schwebt, liegt ein sogenannter „entschuldigender Notstand“ vor und die Autoscheibe kann eingeschlagen werden. 

Gefahrenquelle Natur

Leider können sich im Sommer auch die sonst harmlosen Gassirunden zu Gefahrenzonen entwickeln. Das ist besonders dann der Fall, wenn der Spaziergang an stehenden Gewässern vorbeiführt. Bei Temperaturen von 20-30 Grad bilden sich im Wasser häufig Blaualgen. Wenn der Hund in Kontakt mit diesen giftigen Wasserbakterien kommt, kann dies schnell zu Magen-Darm-Beschwerden, Hautausschlag, Irritationen der Schleimhäute, Apathie und Appetitlosigkeit führen. Ein anderes Risiko stellen die Grannen der Getreideähren dar.

Hund im Sommer trägt pinke Sonnenbrille auf der Nase
Noah Austin

Geht man mit seinem Hund über ein Feld spazieren, können die sich mal schnell mit ihren Widerhaken in Pfoten, Nase oder Ohren bohren. Das Ergebnis: ein ständig niesender oder humpelnder Hund. In beiden Fällen ist es ratsam, zum Tierarzt zu gehen.

Und sonst so? 

Von spezieller Hunde-Sonnencreme über schützende Textilmäntel bis hin zu Sonnenbrillen – mittlerweile gibt es diverse Sonnenschutzartikel auf dem Markt, die den geliebten Vierbeiner besser durch den Sommer bringen sollen. Ob notwendig oder nicht, bleibt an dieser Stelle jedem selbst überlassen…