Klein, aber oho! Meist sind es eben die Kleineren, wenn nicht sogar die Minis, die die wahren Charakterköpfe der Hundewelt sind. Böse Zungen stempeln sie als Bodenwurst, Teppichratte oder Fußhupe ab und scheren sie über einen Kamm. Doch so einfach ist das nicht! Vor allem bei der Fütterung führt das äußere Erscheinungsbild kleiner Hunde schnell zu Fehlschlüssen. Um den besonderen Anforderungen von Jack Russel, Malteser und Co. gerecht zu werden, kommt hier unser Futterratgeber speziell für kleine Hunde.

Mini, klein oder doch schon mittel?

Kleiner King Charles Spaniel auf Wiese
Eve Photography/ Shutterstock.com

Wenn Frauchen ganz verklärt von ihrem Kleinen spricht, kann sich der Hotelier zu Recht fragen, was bei der Anmeldung schiefgelaufen ist: Fred, die deutsche Dogge, ist einfach nicht klein. Auch wenn es immer kleinere Exemplare einer Rasse gibt, ist mit „klein“ doch etwas Anderes gemeint. Damit also keine Missverständnisse aufkommen und der etwas zu klein geratene Mastiff nachher nicht falsch gefüttert wird, kommt hier eine Orientierungshilfe: Innerhalb der Differenzierung von großen, mittleren und kleinen Hunden werden all die Hunde als klein angesehen, die eine Widerristhöhe von 39 cm nicht überschreiten. Das Gewicht beträgt dabei nicht mehr als 15 kg. Zwergspitz, Pekinese und Yorkshire Terrier gehören damit ebenso in diese Kategorie wie King Charles Spaniel, Beagle und Englische Bulldogge. Bei den Beispielen merkt man gleich: Die Einordnung anhand der physikalischen Merkmale ist die eine Sache, was sich aber in jedem dieser rund 15 kg verbirgt, eine ganz andere… 

Klein ist nicht gleich klein!

In dem einen Moment liegt Stella, die hellbeige Chihuahua-Hündin, noch auf Frauchens Schoß – ihrem Thron –, im nächsten Moment springt sie kläffend auf. Der Labrador auf der anderen Straßenseite kam dann doch gefährlich nah in ihr Reich. Hinter den vermeintlichen Schoßhündchen steckt eben eine geballte Ladung Energie und Temperament. Doch das muss nicht immer so sein, denkt man beispielsweise an das ruhige Gemüt von einem Mops. 

Man kann eben nicht alle kleinen Hunde in einen Topf werfen – beziehungsweise allen Hunden den gleichen vorsetzen. Wichtig ist, dass jeder Hund für sich als Individuum betrachtet werden muss und dass das Futter individuell angepasst wird. Das Schlüsselwort heißt dabei Energie, denn es wird generell davon ausgegangen, dass kleinere Hunde mehr Energie verbrauchen. Vergleicht man einen kleinen Cairn Terrier mit einem großen Neufundländer, mag das eventuell auch zutreffen. Stellt man aber eine englische Bulldogge einem Border Collie gegenüber, wird es schwieriger.

Im Zoofachhandel sollte also nicht einfach nach der Futterpackung mit dem Aufdruck „Mini“ oder „Kleine Hunde“ gegriffen werden. Vielmehr sollte von dem individuellen Energiebedarf der Rasse ausgegangen werden. Das Alter und Geschlecht, ob kastriert oder nicht – und auch das Aktivitätslevel des eigenen Hundes spielen bei der Berechnung des Futterbedarfs ebenfalls eine Rolle. Dafür muss man übrigens weder ein Mathe-Genie noch ein Bio-Ass sein. Mit dem Futterrechner von Mr. Fred kann mit nur wenigen Kicks eine erste Fütterungsempfehlung eingeholt werden.

Bei Frost, mehr Kost!

Nicht nur das Aktivitätslevel und der Stoffwechsel spielen bei der Fütterung eine besondere Rolle. Auch der Wärmehaushalt und die Regulierung der Körpertemperatur sollten gerade bei kleineren Hunden berücksichtigt werden – vor allem dann, wenn es draußen nass und kalt ist. Da sich die Hunde aufgrund ihrer kürzeren Beine näher am Boden befinden, frieren sie oftmals schneller als die größeren Artgenossen. Zusätzlich ist die Hautoberfläche kleiner Hunde im Verhältnis zum Körpergewicht größer, wodurch ebenfalls mehr Wärme abgegeben wird.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Um den Körper auf Betriebstemperatur zu halten, wird mehr Energie verbraucht, der Grundumsatz ist höher. Dieser Kalorienverbrauch sollte bei der Futterberechnung mitberücksichtigt werden. Vor allem bei Rassen mit wenig Bauchfell oder Unterwolle sollte darauf geachtet werden.  Ein wärmender Mantel kann in diesen Fällen den Wärmeverlust positiv beeinflussen.  

Qualität statt Quantität!

Einer der größten Mythen über kleine Hunde ist, dass sie einfach weniger Futter brauchen. Doch kann man dem Zweithund Lilly, der Malteser Hündin, nicht einfach das gleiche Futter wie Sam geben, dem Irish Setter Rüden! Wichtig dabei ist, dass immer auf eine ausreichende Nährstoffversorgung geachtet wird. Hochwertige Fette dienen beispielsweise als zusätzliche Energielieferanten, um Wärme zu erzeugen.

Wer mit dem Angebot auf dem Markt – verständlicherweise – überfordert ist und bei der Ernährung lieber auf Nummer sicher gehen möchte, kann auch einen Termin bei einer spezialisierten Fachtierärztin machen. Wir empfehlen an dieser Stelle Dr. Susan Kröger, die eine langjährige Berufserfahrung und das Wissen über neueste Erkenntnisse in der Hundeernährung vorweisen kann.


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