Superfood für Hunde: In der Hundeernährung gibt es immer wieder Moden, aber längst nicht jede Neuheit macht auch Sinn.

Warum Superfoods gar nicht so super sind

Genau wie bei der Ernährung des Menschen, spielen auch bei der Hundenahrung Moden und Neuheiten eine Rolle. Ein Trend ist das sogenannte Superfood. Das sind Lebensmittel, die nicht nur sättigen, sondern die ein Mehr bieten und der Gesundheit des Tieres dienen sollen. 

Superfood klingt vor allem erst einmal toll, tatsächlich verbergen sich dahinter oft alltägliche Inhaltsstoffe, wie Mineralien, Spurenelemente, Pflanzenstoffe und Antioxidantien, und auch Lebensmittel wie Obst und Gemüse zählen dazu. Superfood klingt nur besser, und angesagte Lebensmittel wie Chiasamen haben zu einem regelrechten Hype geführt, dabei kann man Superfood auch ganz bodenständig betrachten. Superfood sind Lebensmittel, die dem Hund guttun können. 

Hund sitzt vor Tisch voller Zitrusfrüchten
RavenaJuly/ Shutterstock.com

Die aber vermutlich kaum eine Wirkung haben und eher ein gutes Marketinginstrument sind, wie Dr. Susan Kröger, Fachtierärztin für Tierernährung und Diätetik, erklärt:

„Bei den Superfoods wurde vieles aus der Humanernährung einfach auf den Hund übertragen und nie — oder nur in Ausnahmefällen — überhaupt wissenschaftlich überprüft. Und wenn es untersucht wurde, kam eigentlich nichts dabei heraus. Es ist also nicht möglich, zu beurteilen, ob die Superfoods bei Hunden Sinn machen.“

Frau Kröger hinterfragt die oft angepriesenen Wirkungen. 


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Die Bedeutung von Monoproteinen in der Hundeernährung

Ganz anders sieht das beim Monoprotein aus. Auch hier wird oftmals „Monoproteinfutter“ angeboten. Dabei ist ein Monoprotein zunächst einmal nichts Besonderes. Das bedeutet lediglich, dass in dem Futter tierisches Eiweiß enthalten ist, und zwar von nur einer Tierart. Also entweder vom Rind, vom Huhn, vom Schaf oder anderen Tieren – anstatt einer Fleischmischung. 

Gesunde Zutaten für Hundenahrung
stockcreations/ Shutterstock.com

Das ist also ein trendiger Begriff für etwas relativ Banales, aber: Monoproteine, also die Verwendung nur einer Fleischsorte, kann tatsächlich klug sein.

„Das macht absolut Sinn bei Hunden mit Verdacht auf eine Futtermittelunverträglichkeit oder einer Futtermittelallergie und ist die einzige Alternative zu hydrolysierten Diätalleinfuttermitteln. Monoproteine sollten zusammen mit einer Kohlenhydratquelle im Rahmen einer Eliminationsdiät eingesetzt werden.“  

Dr. Susan Kröger

Hydrolysiert bedeutet: Das ist ein enzymatischer Prozess, bei dem die Eiweiße in sehr kleine Stücke zerteilt werden und mit Hilfe von Wasser chemische Verbindungen so gespalten werden, dass das für die Allergie verantwortliche Protein vom Immunsystem des Hundes nicht mehr erkannt wird und damit nicht mehr allergieauslösend ist. 

Selbstgekochtes Hundefutter mit Monoproteinen und Superfood für Hunde
Miriam Doerr Martin Frommherz/ Shutterstock.com

Mit Hilfe der Eliminationsdiät, also dem Ausschlussverfahren, kann herausgefunden werden, welche Lebensmittel beim Hund Beschwerden auslösen. Diese Inhaltsstoffe werden dann entweder komplett weggelassen oder durch eine gezielte Auswahl der Nahrung nur in möglichst geringen Mengen angeboten. Ernährungsexpertin Susan Kröger rät, mindestens acht Wochen, besser 12 Wochen lang, eine solche Ausschlussdiät durchzuführen.

„In der Zeit darf wirklich nichts anderes aufgenommen werden. Bei selbst gekochten Eliminationsdiäten ist es wichtig, dass diese individuell für den Hund berechnet werden, sodass eine ausgewogene Nährstoffversorgung vorliegt.“