Halsband oder Geschirr? Nass- oder Trockenfutter? Wenn ein Hund ins Leben tritt, müssen einige Entscheidungen getroffen werden. Das Hundebett gehört zu der Grundausstattung dazu und kann so manchen Besitzer in die Verzweiflung treiben: Welches Hundebett eignet sich am besten für meinen Vierbeiner? Mit Rand oder ohne, aus Leder oder Stoff, rund oder eckig? Und welche Farbe passt zu der eigenen Einrichtung!? 

Damit in dem Schlaraffenland aus Hundebetten nicht der Durchblick verloren geht, kommt hier der Kaufratgeber für das perfekte Schlafgemach. Was beim Bettenkauf für den Hund zu beachten ist und warum die Entscheidung nicht zu unterschätzen ist.

Die beste Medizin, der Schlaf

Die ersten Nächte im Urlaub sind oftmals nicht die besten. Gerädert wacht man auf, der Rücken ist steif. Im eigenen Bett schläft es sich doch am besten. Matratze und Kissen sind perfekt auf einen abgestimmt, der Schlaf ist tief und erholsam. Rund sieben Stunden braucht ein Mensch von diesem erholsamen Schlaf, um für den Tag fit zu sein. Vergleicht man das mit den durchschnittlichen 17 Stunden, die ein Hund am Tag schläft oder döst, wird eins schnell deutlich: Auch unser Hund braucht einen Schlafplatz, der auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt ist. Dabei gilt bei allen Hunden, unabhängig des Alters: Das Hundebett ist kein modisches Accessoire der Wohnung, sondern dient in erster Linie der Gesundheit des Hundes! 

Weißer Hund liegt auf flachem Hundebett in Altbauwohnung
Matthew Hamilton

Form und Größe

Bei der Größe kann man ganz einfach vom Menschen auf den Hund schließen: Die wenigsten Erwachsenen würden sich wohl eine Kindermatratze von 70 cm mal 140 cm aussuchen. Gleiches gilt für den Hund: Das Bett sollte größer sein als das Tier selbst. Also Zollstock raus und einmal vermessen. Schnauze bis Rute ergibt die Länge und Boden bis Widerrist die Breite des neuen Schlafgemachs – na ja fast! Zu beiden Werten sollten noch ein paar Zentimeter Puffer hinzugezogen werden, schließlich haben auch wir noch genügend Platz, um uns in der Nacht zu wälzen oder dem Partner die Decke zu klauen. Je nachdem wie groß der Hund ist, kann man dafür zusätzlich 10 bis 30 cm Spielraum einplanen. 

Bei der Form wird es hingegen etwas kniffliger. Weder eine Rechenformel, noch die Orientierung an einem selbst können da helfen. Auch wenn eine Matratze in Doughnut-Form sicherlich ein Verkaufsschlager wäre, bleibt an dieser Stelle nur eins: Aufmerksames Beobachten! Rollt sich der eigene Hund gerne eng ein oder streckt er auf der Seite liegend alle Viere von sich? Wird der Kopf gerne erhöht auf einem Kissen oder eher ebenerdig abgelegt?

All das sind kleine Anzeichen dafür, wie der Hund am liebsten schläft. Matten sind oftmals für die selbstbewussten Sich-lang-Macher geeignet, während Körbchen oder Betten mit Rand eher von der Roll-Fraktion bevorzugt werden. Der erhöhte Rand gibt vor allem ängstlicheren Hunden ein Gefühl der Sicherheit.

Übrigens: Auch wenn es verlockend ist, das geflochtene Hundebett aus Weide passend zu den Naturtönen der Inneneinrichtung auszusuchen, gilt ganz klar: Die Form und damit die Optik des Hundebettes richtet sich ausschließlich nach den Bedürfnissen des Hundes!

Von Kaltschaum bis Federkern: Die Füllung macht’s 

Auch bei dem Inlay des Hundebettes kann man ganz einfach von sich selbst auf den Vierbeiner schließen: Auf einer billigen, harten Kaltschaummatratze schläft es sich einfach nicht gut. Leider greifen viele Hersteller bei Hundebetten aber auf einfache Füllwatten oder Schaumstoffflocken zurück. Die sind zwar günstig, können die empfindlichen Gelenke der Hunde beim Liegen aber oft nicht ausreichend entlasten. Zusätzlich passt sich das Material nicht in ausreichendem Maß an die anatomischen Bedingungen an.

Kleiner süßer Hund liegt auf dem Rücken in Bett
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Deutlich besser sind hingegen Hundebetten mit einer Füllung aus Viscoschaum. Die sind nicht nur atmungsaktiv und temperaturausgleichend, sondern passen sich auch perfekt an die Körperlage des Hundes an und entlasten so Wirbelsäule und Gelenke. Das Boxspring- oder auch Wasserbett in der Hundewelt ist übrigens ein Smoothy-Hundebett. Die mit Mikroperlen gefüllten Kissen erinnern stark an einen Sitzsack und sind gerade für etwas größere und schwere Hunde optimal. Die einzelnen Perlen gleichen das Gewicht optimal aus und schmiegen sich ganz genau an die jeweilige Körperform an. 

Für die Prinzessin auf der Erbse? Ein ganz spezielles Bett

Als Chiropraktik und Homöopathie auch in der Welt der Hunde Fuß gefasst haben, war das für Produktentwickler natürlich ein gefundenes Fressen… Et voilà, kurze Zeit später kam das orthopädische Hundebett auf den Markt. Auch wenn man bei so manchen Erfindungen sicherlich vergebens nach dem Sinn fragt, ist dieses Spezialbett alles andere als ein überflüssiges Trendprodukt.

Ähnlich einer Memory Foam Matratze für Menschen, besteht das orthopädische Hundebett aus mehreren Schichten, die die Wirbelsäule und Hüfte des Hundes stützen. So wird der Bewegungsapparat des Hundes optimal entlastet. Gerade für alte oder kranke Hunde mit Rücken- und Hüftleiden sind diese Betten ideal. Weil ein orthopädisches Hundebett präventiv Erkrankungen vorbeugen und Schmerzen gar nicht erst entstehen lassen kann, eignet es sich auch für junge und gesunde Hunde.

Corgi-und liegt in einem rosafarbenen Hundebett
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Ob das zu viel des Guten ist? Wer nun argumentiert, dass der Hund ja vom Wolf abstamme und der in der Natur auch nur den Waldboden zum Schlafen hat, der soll sich einfach an die eigene Nase packen. Man selbst lebt schließlich auch nicht mehr wie in der Steinzeit in einer Höhle… 


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Wisch und weg? Reinigung, aber richtig! 

Wie ein begossener Pudel auszusehen, ist eine Sache – wie einer zu riechen, aber noch mal eine ganz andere Nummer. Ein nasser Hund riecht eben nicht nach frisch gewaschener Wäsche. Und das Hundebett nach einer gewissen Zeit zwangsläufig auch nicht mehr. Gründliches Abtrocknen, Fellpflege und Co. können nicht verhindern, dass das Schlafgemach des Vierbeiners irgendwann zu riechen beginnt. Spätestens nachdem der Pansen oder das Schweineohr sabbernd im Bett bearbeitet wurde, steht fest: Das Hundebett muss gereinigt werden!

Golden Retriever hilft beim Wäsche machen
135pixels/ Shutterstock.com

Daher sollte beim Kauf auch auf das Außenmaterial geachtet werden. Schmutzabweisende Mikrofaser oder auch Kunstleder können gut mit einer Wurzelbürste und Seife bearbeitet werden, um einzelnen Flecken an den Kragen zu gehen.

Auf einen Durchgang in der Waschmaschine sollte in regelmäßigen Abständen aber auch zurückgegriffen werden – man selbst wäscht seine Bettwäsche schließlich auch nicht nur einmal im Jahr. Daher sollte sich der Bezug immer vom Innenleben, also der Füllung des Hundebettes, abziehen lassen. Um Letzteres auf lange Sicht zu schonen, ist es auch praktisch, wenn der Bezug wasserabweisend ist.  

Wichtig: Egal ob mit Seife oder in der Waschmaschine, Finger weg von Weichspüler und anderen parfümierten Reinigungsmitteln! Die irritieren die empfindliche Hundenase nur und führen nicht nur dazu, dass der Hund sein Bett nicht mehr mag, sondern lösen im schlimmsten Fall sogar Allergien aus. 

Welches Hundebett eignet sich am besten für meinen Chihuahua?
Olena Tselykh/ Shutterstock.com

Ein ruhiges Rudelreich: Der perfekte Ort

Wenn die Wahl auf das perfekte Hundebett gefallen ist, stellt sich nur noch eine Frage: Wo wird das neue Prachtexemplar aufgestellt? Auch hierbei kann man sich glücklicherweise an dem eigenen Bett orientieren: Weil man sich in diesem in erster Linie ausruhen und erholen möchte, steht es eben nicht im Badezimmer. Oder im Flur. Gleiches gilt für das Hundebett. Das sollte nach Möglichkeit in einer ruhigen Ecke im Wohnzimmer, Schlafzimmer, Büro oder ähnlichem stehen. Die Küche eignet sich nur bedingt, da hier in der Regel viel Verkehr herrscht. Abgesehen davon fällt es einfach alles andere als leicht, an Schlaf zu denken, wenn auf dem Herd das Abendessen brutzelt…

Vergessen werden darf aber nicht, dass sich der Hund als Rudeltier gerne in der Nähe der Familie aufhält und am Geschehen teilhaben möchte. Wird das Hundebett zu abgesondert aufgestellt, kann der Hund auch nicht zur Ruhe kommen.

Kleiner Hund schläft in rotem Hundebett
Viktoriia Bu/ Shutterstock.com

Und wenn der Hund dann immer noch schlechte Laune hat, bleibt nur ein großes Fragezeichen übrig: Mit welchem der vier Beine er wohl falsch aufgestanden ist…