Der Sport stärkt die Bindung zum Vierbeiner. Der Spaß steht beim Doga im Vordergrund. 

Charlie und Maggie schlafen, Cera schüttelt sich, Lola liegt neben der Yogamatte und ruht, und Carla wedelt mit der Rute und liegt auf dem Bauch. Willkommen beim Yoga mit Hunden, kurz Doga. Das klingt komisch, ist aber eine der vielen Möglichkeiten, um Spaß zu haben und die Bindung zu seinem Liebling zu verfestigen. An diesem Abend machen das vier Hundehalter mit ihren Vierbeinern in Hamburg.

Zum Mitmachen wird kein Hund gezwungen

Während die Menschen typische Yogapositionen einnehmen und diese wechseln, sind ihre Hunde immer an ihrer Seite. Zum Mitmachen wird hier kein Tier gezwungen, aber hin und wieder werden die Hunde dazu nett aufgefordert. Zum Beispiel in der Haltung des Kriegers. Wer einen kleinen Hund hat, soll ihn zu sich auf die Hüfte nehmen, sagt Jenny Harre. Die Tierpsychologin leitet den ersten Teil der Stunde. Lola, die Hundeoma, macht das sofort und bereitwillig mit. „Lola, fein gemacht!“ lobt Teilnehmerin Caro ihre 12 Jahre alte Wasserhündin. Für große Hunde, etwa wie Carla, ein Bardino-Mischling, gibt es alternative Posen. Dann kann der Hund zum Beispiel mit den Vorderpfoten auf das im 90 Grad angewinkelte Bein seiner Halterin.

Yoga-Kriegerin mit Hund
Genevieve Wood

Doga fördert die Grundentspannung von Hund und Mensch

Bei der einstündigen Yogasession geht es nicht um Höchstleistung. Ganz im Gegenteil.

„Das ist der Gegenspieler zum Hundeauslasten. Nicht die Action steht hier im Vordergrund, sondern die Entspannung sowie die Stärkung der Bindung zwischen Mensch und Hund“,

sagt Jenny Harre.

Sie betreibt gemeinsam mit Jasmin Reuter „Petmosphere“, ein Unternehmen für Wohlfühlbehandlungen und Verhaltensberatungen für Hunde und Katzen. Doga ist ein Teil ihres Angebotes. „Die Grundentspannung kommt sowohl beim Menschen als auch beim Hund meistens zu kurz“, sagt Jenny Harre. „Warum sollte man sich die Auszeit, die man sich als Mensch nimmt, nicht mit seinem Hund teilen?“


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Sie und ihre Geschäftspartnerin und Freundin Jasmin Reuter sind zertifizierte Yogalehrerinnen und führen im Wechsel durch die Session. Die Übungen sind mal sanft und mal dynamisch. Ganz wichtig: „Die Hunde müssen nichts mitmachen. Wir gehen ohne Erwartungshaltung in die Yogastunde. Es geht nicht darum, perfekt zu sein“, sagt Jenny Harre. Es soll einfach Spaß machen.

Mit ihrer eigenen Hündin Cera, einem Jack-Russell-Mischling, klappen die Yogastunden schon sehr gut. Als Trainerinnenhund hat Cera auch genug üben können.

Frau dehnt sich auf Yogamatte mit ihrem Hund an der Seite
My July/ Shutterstock.com

Kontakt herstellen und die Atmung des Hundes spüren

„Stell Kontakt her mit deinem Hund“, sagt Jasmin Reuter mit ruhiger Stimme.

„Kannst du seinen Atem mal beobachten, wie er fließt?“

Wasserhündin Lola platziert sich direkt vor Frauchen Caro ans Ende der Yogamatte. Im Schneidersitz sollen die Teilnehmerinnen den Hund von vorn nehmen und streicheln. Eine Innigkeit und Kuscheleinheit, die alle zu genießen scheinen. Puli Charlie kuschelt sich an seine Besitzerin Janett.

Frau sitzt im Schneidersitz beim Doga und hat ihren Hund auf dem Schoß
Chutima Chaochaiya/ Shutterstock.com

Ähnlich wie in anderen Trainingsstunden mit Hunden, haben auch beim Doga die Hunde keinen Kontakt zueinander. Jeder bleibt bei seinem Halter. Von daher sind Welpen oder wuselige Junghunde noch nicht fürs Doga geeignet. „Sie sollten nicht durch die Gegend laufen“, sagt Jenny Harre.

Die Hunde an diesem Abend sind alle gut dabei, niemand wuselt umher oder macht irgendeinen Quatsch. Vielleicht ist es diese besondere Yogaatmosphäre, die ruhigen Stimmen von Jasmin und Jenny, die sich auch auf die Tiere übertragen. 

Die Gründe, warum die Menschen ihre Hunde mit zum Yoga nehmen, sind unterschiedlich. Bei Isa und ihrer Chihuahua-Hündin Maggie ist es das unterschiedliche Temperament von Hund und Halter, das Isa zum Doga gebracht hat. „Ich mache das schon seit fast zwei Jahren. Ich bin sehr sportlich, mein Hund nicht so. Beim Doga kommen wir beide auf unsere Kosten“, sagt sie. Während Isa fleißig ihre Positionen einnimmt und jeweils für einen Moment hält, liegt Maggie neben ihr und schläft. Das ist ihre Art von Sport.

Bei Bardino-Mischling Carla ist es ganz anders. Die Doga-Session ist ihre Zeit mit Frauchen Jette. „Ich habe noch zwei weitere Hunde. Hier verbringe ich mal Zeit mit nur einem Hund. Ich praktiziere richtig Yoga, mein Hund allerdings nicht“, sagt Halterin Jette und lacht. 

Und Caro mit Hundeoma Lola freut sich über Erfolge. „Ich mache sonst allein Yoga, aber hier haben wir gemeinsam Erfolg.“  Obwohl es natürlich weder beim Yoga noch beim Doga auf Leistung ankommt. Hauptsache, man ist bei sich.